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Illustration einer KI-Sichtbarkeits-Analyse

Die KI-Bots hinter ChatGPT, Claude und Co.

Wenn du heutzutage eine Zahnarztpraxis betreibst und online sichtbar sein willst, reicht es nicht mehr, nur bei Google gut aufgestellt zu sein. Denn längst schauen nicht mehr nur Suchmaschinen auf deine Website, sondern auch KI-Systeme wie ChatGPT, die sich ihre Antworten direkt aus dem Netz holen.

Bevor eine KI überhaupt eine Antwort geben kann, muss sie deine Website erst einmal finden, lesen und verstehen können. Genau das ist die Aufgabe der sogenannten AI-Crawler.

Nicht alle Bots, die deine Website besuchen, tun dasselbe. Es gibt vier verschiedene Typen und jeder verfolgt ein anderes Ziel.


Die vier AI-Bot-Typen im Überblick

1. AI Trainer

AI Trainer durchsuchen das Internet, um die Grundlage für große Sprachmodelle zu schaffen. Bekannte Vertreter sind der GPTBot von OpenAI, der ClaudeBot von Anthropic.

Wie er funktioniert: Diese Bots sammeln riesige Mengen an Textinhalten aus dem Web. Die gesammelten Daten werden genutzt, um Sprachmodelle zu trainieren. Was bis zu einem bestimmten Stichtag veröffentlicht wurde, kann ins Modellwissen einfließen. Was danach kommt, ist für das bereits trainierte Modell nicht mehr zugänglich.

Das Training ist kein einmaliger Vorgang, denn Modelle werden regelmäßig neu trainiert oder weiterentwickelt. Es gibt also immer wieder neue Stichtage. Zwischen zwei Trainingszyklen veraltet das Wissen des Modells und ist daher nicht tagesaktuell.

Was das für deine Praxis bedeutet: Wer klare, gut strukturierte Inhalte auf der Website hat, erhöht die Chance, dauerhaft ins Wissen der KI-Modelle einzufließen. Wer kaum oder gar keine Inhalte bietet, wird schlicht nicht berücksichtigt.


2. AI Assistant

Der AI Assistant ist der Bot, der aktiv wird, wenn du oder Patienten eine Frage in ChatGPT, Claude oder Perplexity stellen. Bekannte Vertreter sind zum Beispiel ChatGPT-User, Claude-User oder Perplexity-User.

Wie er funktioniert: Stellt jemand eine Frage wie „Welcher Zahnarzt in München ist gut für Angstpatienten?“, löst das KI-System im Hintergrund einen sogenannten Grounding-Prozess aus. Die KI ruft dabei in Echtzeit URLs auf, liest die Inhalte und formuliert dann auf dieser Grundlage eine Antwort.

Das ist der entscheidende Unterschied zum AI Trainer: Hier geht es nicht um dauerhaft gespeichertes Modellwissen, sondern um möglichst aktuelle Informationen. Dafür greift der AI Assistant meist zuerst auf den bereits vom AI Search Crawler aufgebauten Index zurück. Nur wenn nötig, etwa bei sehr aktuellen oder speziellen Fragen, ruft er zusätzlich gezielt einzelne Websites live ab.

Was das für deine Praxis bedeutet: Wenn deine Website zu langsam lädt, technisch nicht erreichbar ist oder relevante Inhalte fehlen, wird sie in diesem Echtzeit-Abruf übergangen. Sichtbarkeit entsteht hier nicht durch gute Rankings, sondern durch technische Sauberkeit und inhaltliche Relevanz.


3. AI Search Crawler

Während der AI Assistant in Echtzeit auf Nutzeranfragen reagiert, ist der AI Search Crawler im Hintergrund dauerhaft aktiv. Bekannte Vertreter sind OAI-SearchBot (OpenAI), Claude-SearchBot (Anthropic) oder Meta-External.

Wie er funktioniert: Diese Bots durchsuchen Websites regelmäßig und im Hintergrund, ganz ähnlich wie der klassische Googlebot, nur eben für KI-Suchen statt für die klassische Google-Suche. Dadurch entsteht eine Art aktuelle Bibliothek an Inhalten, auf die die KI zurückgreifen kann. Das sorgt vermutlich auch dafür, dass der AI Assistant schneller antworten kann, weil er auf bereits bekannte Seiten zugreift, statt sie bei jeder Anfrage neu zu laden.

Der wichtigste Unterschied zum AI Trainer: Dieser sammelt Daten für das einmalige (bzw. periodische) Modelltraining. Der AI Search Crawler dagegen sorgt dafür, dass der Index aktuell bleibt und neuere Inhalte schnell verfügbar sind.

Was das für deine Praxis bedeutet: Wer regelmäßig neue Inhalte veröffentlicht, bleibt auf dem Radar dieser Crawler. Wer das nicht tut, wird seltener oder gar nicht mehr besucht und verliert dadurch an Relevanz.


4. AI Agent

Die AI Agenten sind die fortschrittlichste Form der KI-Crawler und gewinnen gerade sehr an Bedeutung. Bekannte Beispiele sind ChatGPT Operator von OpenAI oder Claude Computer Use von Anthropic.

Wie er funktioniert: Anders als klassische Bots, die Websites nur auslesen, verhalten sich AI Agenten wie echte Nutzer. Das bedeutet, sie können Websites öffnen, durch Seiten navigieren, auf Buttons klicken und Formulare ausfüllen – alles automatisiert.

Ein Patient sagt beispielsweise zu seiner KI: „Buch mir einen Termin beim Zahnarzt in meiner Nähe für nächste Woche.“ Die KI sucht daraufhin Praxen heraus, öffnet deren Websites, findet das Buchungsformular und füllt es aus.

Was das für deine Praxis bedeutet: Damit AI Agenten erfolgreich mit deiner Website interagieren können, muss sie klar strukturiert, technisch sauber und gut navigierbar sein. Online-Terminbuchung, klar beschriftete Buttons und eine logische Seitenstruktur sind hier Voraussetzungen.


Damit eine KI wie deine Website überhaupt kennt, muss sie zuvor gecrawlt worden sein, genau wie bei Google. Crawling ist heute aber die Voraussetzung für Sichtbarkeit in zwei Suchsystemen. Nämlich in klassischen Suchmaschinen und in KI-generierten Antworten.

Eine Studie aus dem März 2026* zeigt, dass 33 % der deutschen Websites aber mindestens einen relevanten AI-Crawler serverseitig blockieren. Besonders auffällig ist, dass der ClaudeBot dabei 60 % häufiger blockiert wird als der GPTBot.

Für Zahnarztpraxen, die ohnehin häufig auf Standardlösungen beim Hosting setzen, ist das ein reales Risiko. Wer einen KI-Bot blockiert, taucht in dessen Antworten auch nicht auf.


Was KI-Bots auf deiner Website blockieren kann

Viele Praxen investieren Zeit und Geld in gute Inhalte und die Optimierung ihrer Website. Dabei schöpfen sie ihr Potenzial nicht aus, weil KI-Crawler gar nicht erst auf die Seite kommen. Das passiert häufiger als gedacht. Mögliche Ursachen:

  • Firewall-Einstellungen: Viele Hosting-Anbieter sperren automatisch auffällige Bot-Muster. Das trifft manchmal auch legitime AI-Crawler.
  • robots.txt: Mit dieser Datei lässt sich steuern, welche Bots auf welche Bereiche der Website dürfen. Manche Systeme wie Perplexity interpretieren diese Datei eher als Empfehlung.** AI Agenten halten sich eher nicht daran, weil sie wie normale Browser agieren.
  • JavaScript-Inhalte: Manche Inhalte werden auf einer Website erst nachträglich nachgeladen, technisch über JavaScript. Für Menschen im Browser ist das kein Problem, für viele KI-Bots aber schon: Sie lesen meist nur das, was direkt beim Öffnen der Seite im Code sichtbar ist. Was erst nachgeladen wird, übersehen sie oft komplett. Wichtige Texte sollten deshalb von Anfang an fest im Quellcode der Seite stehen, statt sich erst nachträglich aufzubauen.
  • Serverperformance und Ladezeit: Hohe Serverbelastung durch Bot-Anfragen kann dazu führen, dass deine Website langsam antwortet oder Anfragen abbricht. Eine gute Time to First Byte (TTFB) und stabile Serverantworten sind deshalb wichtiger denn je.

Was das für Websites bedeutet

Wir halten also fest: KI liest deine Website. Mehrfach, aus verschiedenen Gründen und mit verschiedenen Systemen. Ob deine Praxis dabei als relevante Anlaufstelle wahrgenommen wird, hängt von zwei grundlegenden Dingen ab:

1. Technische Erreichbarkeit
Deine Website muss für AI-Bots zugänglich sein. Keine ungewollten Sperren, schnelle Ladezeiten, sauberer HTML-Code und eine klare Seitenstruktur.

2. Inhaltliche Qualität und Aktualität
Klare, fachlich korrekte und regelmäßig aktualisierte Inhalte helfen sowohl beim AI Trainer (Modellwissen) als auch beim AI Search Crawler (aktueller Index) und beim AI Assistant (Echtzeit-Abruf).

Das sind keine neuen SEO-Grundsätze. Aber sie gelten jetzt für zwei Suchsysteme (Suchmaschinen und KI-Suche) gleichzeitig.

Wenn du wissen möchtest, wie deine Praxis aktuell technisch und inhaltlich aufgestellt ist und welche Schritte konkret helfen würden, stehen wir dir gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.


*https://seosoon.de/guide/study-ai-crawler-blocking-german-websites/

** https://blog.cloudflare.com/perplexity-is-using-stealth-undeclared-crawlers-to-evade-website-no-crawl-directives/

Interessante Links
hannah
Veröffentlicht am
Juli 8, 2026